Ausstellung Gesellschaft Kunst

#systemrelevant

Acht KünstlerInnen der whiteBOX-Ateliergemeinschaft stellen ihre Werke im Bankhaus Hauck & Aufhäuser in München vor: Margarete Hentze, Natascha Küderli, Gregor Passens, Angela Stauber, Sinan von Stietencron, Robert Weissenbacher, Johannes Wende und Youjin Yi. Die Ausstellung wurde am 22. Juli um 18:00 Uhr im Rahmen einer virtuellen Vernissage eröffnet und ist bis Ende des Jahres digital zu besichtigen. Der Link zur digitalen Ausstellung findet sich auf der Seite www.systemrelevant.art.

Der Titel der Ausstellung „#systemrelevant – Ein System ohne Kunst ist nicht relevant“ verweist auf die aktuelle Diskussion, ob der Kulturbereich zu den systemrelevanten Berufen gehören sollte. Der Begriff systemrelevant wird verwendet für Berufe, die das System als solches stützen und sein Überleben sichern. Im Rahmen der Maßnahmen zum Pandemieschutz, insbesondere in Zusammenhang mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen waren die Einschränkungen für sogenannte „systemrelevante“ Berufe daher teilweise ausgesetzt. Dass Kunst offenbar nicht systemrelevant ist, wurde in der Zeit der Pandemie schnell klar und schlägt sich auf dramatische Weise ökonomisch im Leben von Künstler-Innen und Kulturschaffenden nieder. Auch in der whiteBOX hat seit März, als die Ausstellung „This Might Be A Place For Humming Birds“ vorzeitig geschlossen werden musste, nichts mehr stattgefunden. Viele der bildenden KünstlerInnen, die ihre Ateliers im Werksviertel-Mitte rund um die whiteBOX haben, leiden unter den Folgen der Corona-Maßnahmen, wie geschlossenen Galerien, abgesagten Kunstmessen und Ausstellungen.

Die whiteBOX.art kehrt nun mit einem Format zurück, das dezidiert ihre „Kernfamilie“ (eine Wortschöpfung aus Corona-Zeiten) in den Mittelpunkt stellt: die whiteBOX-Ateliergemeinschaft. Dazu begibt sie sich unter das Dach eines sozusagen „systemrelevanten“ Partners, der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG. Neben der reinen Betrachtung von Kunst soll dabei auch die wirtschaftliche Situation von KünstlerInnen betont werden. „Ich werde zurzeit häufig gefragt, wie man KünstlerInnen in diesen schweren Zeiten unterstützen kann,“ so Martina Taubenberger, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin der whiteBOX.art. „Die denkbar einfache Antwort auf diese Frage ist: So wie sonst auch. Indem man ihre Kunst kauft.“ Die Hoffnung ist, dass im Rahmen der Werkschau #systemrelevant denn auch einige der ausgestellten Arbeiten einen Käufer finden. Die Ausstellung #systemrelevant ist nicht öffentlich zugänglich, sondern wird durchgängig bis Ende des Jahres als digitale Ausstellung präsentiert. www.systemrelevant.art

In regelmäßigen Abständen gibt es Events über Video-konferenz-Plattformen, mit Künstlergesprächen, Networking-Möglichkeiten und virtuellen Führungen durch die Ausstellung. Kaufinteressenten und auch Gruppen können sich allerdings jederzeit bei den Veranstaltern oder auch bei den einzelnen KünstlerInnen melden und persönliche Besichtigungstermine vereinbaren. Ganz analog und vor Ort. Der Titel der Ausstellung soll im übrigen durchaus auch ein Beitrag zur Diskussion um die Systemrelevanz von Kunst sein. „Die Frage, ob Kunst systemrelevant ist, ist falsch gestellt“, so Taubenberger, „Kunst stützt ja nicht das System, sondern hinterfragt, interpretiert und dekonstruiert es im besten Fall. Die Frage ist vielmehr, ob ein System nicht irrelevant wird, wenn es auf sein Existenzminimum reduziert wird.“ Aus dieser Perspektive hat ein System ohne Kunst keine Relevanz für die Menschen.

Nähere Informationen unter www.systemrelevant.art und www.whitebox.art.

Beitragsbild Angela Stauber, Kulisse

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